Fortsetzung unseres ausführlichen Startup Interviews mit Dirk Röder, von der Gastronomie App Opentabs.
Kundengenerierung und -zusammensetzung von Opentabs
DR: Wir haben ein Verhältnis von 20:80. Also 20 Prozent der Nutzer registrieren sich per Facebook, der Rest per Email. Was extrem ungewöhnlich ist. Die Deutschen sind eher skeptisch, daher geben wir Kontaktdaten von Nutzern grundsätzlich nicht weiter.
SH: Kannst du sagen, wie viele Personen eure App derzeit einsetzen?
DR: Seit dem Android Launch sind unsere Bestellungen erheblich nach oben gegangen. Wir haben derzeit 2300 Nutzer.
SH: Die Werbung für die App liegt ja mehrheitlich auf Seiten der Gastronomen?
Ja und Nein – wir stellen entsprechendes Werbematerial zur Verfügung. Wir sorgen auf beiden Seiten dafür, dass unsere App bekannt wird. Zum einen die Begeisterung bei den Gastronomen wecken, zum anderen bei den Nutzern. Wenn jemand neu damit startet, dann starten wir eine Facebook Kampagne und statten ihn mit Werbematerial aus. Wir machen auch Promotions vor Ort.
Die App und auch die Nutzung sind für den Kunden natürlich kostenlos. Wir haben aber auch einen US amerikanischen Wettbewerber beobachtet, der eine superschöne App hatte. Aber das Geschäftsmodell war für den Nutzer katastrophal, weil der für die Bestellung 1.- US$ bezahlen musste .Das Geschäftsmodell ist dann auch gescheitert.
SH: Welche Kosten zahlt denn der Gastronom an euch?
DR: 10 Cent pro Transaktion und einmalige Einrichtungsgebühr 49.- €. Das Anlegen der Speisekarte ist in diesen Kosten schon inkludiert. Es spielt hier auch keine Rolle, ob es ein kleiner Imbiss um die Ecke, mit 10 Gerichten ist, oder z.B. die Niederlassung, als eine der großen Gin Bars in München, mit mehreren hundert Drinks.
Der Bondrucker kostet 289.- €. Es ist ein Epson Standarddrucker, der auch in der Gastronomie eingesetzt wird und dort sehr verbreitet ist. Wir bieten hier einen sehr günstigen Preis an. Die Hardware geben wir zum EK Preis heraus, auch um die Hemmschwelle für den Einsatz zu senken. Unsere investierten Entwicklungskosten müssen sich über den laufenden Umsatz amortisieren.
SH: Wie läuft dann ein Sortimentswechsel ab?
DR: Momentan machen wir das noch alles für unsere Kunden. Wir fahren jetzt gerade ein Administrationswerkzeug hoch. Mit diesem können die Gastronomen ihren Ort einrichten, die Speisekarte anlegen und auch verändern oder diverse Auswertungen ersehen. In Zukunft legen wir dann einmalig die Speisekarte an und laufende Anpassungen können vom Kunden selbst gemacht werden.
erste Schritte bei San Francisco Coffee Company
DR: Kleine Vorgeschichte der Vollständigkeit halber. Wir hatten die Apps das letzte Mal auf gleichem Stand zu Anfang des Jahres. Im Grunde genommen waren sie bis zum 31.12.2012 auf dem gleichen Stand. Dann haben wir die iOs, noch mit dem alten Design, zahlungsfähig gemacht. Also das Mobile Payment integriert. Weil wir das zu diesem Zeitpunkt mit der San Francisco Coffee Company getestet haben. Gestartet wurde am 01.01.13 in der Filiale, am Kurfürstenplatz, in München. SFCC war auch so nett mit uns zu üben. Wir hatten da auch noch keine Schnittstelle zu deren Kassensystem, sondern einen iPod aufgestellt – alles sehr hemdsärmelig. Michael Dörenberg und Katharina Unger haben uns sehr unterstützt und auch Nachsehen mit uns gehabt. Denn obwohl rein technisch alles lief, gab es hier und da doch kleinere Probleme.
SH: Also mussten die sich selber erst daran gewöhnen…
DR: Genau. Vor allem weil wir einen iPod zwischen der Kasse stehen hatten. Allen Parteien war klar, dass das vom Arbeitsablauf für die Bediensteten nicht optimal ist.
SH: Weil das System nicht in der Kasse integriert ist.
DR: Exakt. Beziehungsweise weil da ein zusätzliches Gerät steht. Was wir auch verstanden haben. Die Leute sind da total im Stress hinter der Kasse. Sind manchmal auch alleine und müssen die Kasse bedienen und die Kaffees zubereiten; da vergisst man mal auf den iPod zu schauen.
Im Mai gab es dann die Party am Kurfürstenplatz zur Premiere der neuen iOS und dem Signal, dass alle Filialen von SFCC angebunden werden.
zur weiteren Geschäftsentwicklung
SH: Wann rechnet ihr denn mit dem Break-Even, bzw. wie sieht das Geschäftsmodell aus?
DR: Das rechnet sich rein über die Zahl der abgerechneten Bons. Unser Geschäftsmodell basiert rein auf wachsenden, skalierenden Umsätzen.
Wenn opentabs pro Kette einen Anteil von 10 % Prozent App Bestellungen erreicht dann sollten wir mit 3-4 Ketten einen nennenswerten Umsatz erzielen können.
Update Januar 2020:
optentabs hat mittlerweile seinen Betrieb eingestellt und wurde liquidiert.