Wird die Schlacht um die eCommerce Vorherrschaft im weiten Feld der logistischen Infrastruktur geschlagen? Gerade im Umfeld von Lagerhaltung, Paketzustellung, Same Day Delivery, Drohnen und Robotern gab es zuletzt immer mehr Meldungen. In Deutschland wurde die Fulfillment Branche durch Pleiten von Netrada und 004 überrascht.
Handelsunternehmen investieren vermehrt Geld in Logistikunternehmen. Nachdem die Drogeriemarktkette Müller Holding sich an Peick Maschinenbau beteiligte und Amazon 2012 den Intralogistikspezialisten Kiva Systems schluckte, ist wieder ein Deal in der Branche vermeldet worden: Der E-Commerce-Spezialist Alibaba aus Hongkong investiert mehr als 360 Mio. US-Dollar in das Vertriebs- und Logistiknetzwerk des chinesischen Unternehmens Haier. Die Firma gilt als Weltmarktführer bei Haushaltsgeräten. […]
Alibaba profitiert durch das Investment besonders mit seinem Online-Marktplatz Tmall.com. Nach Angaben des Online-Riesen sollen rund 70.000 chinesische und internationale Online-Händler auf Tmall.com mit eigenen Online-Shops angemeldet sein. (Logistik Heute)
Laut The Wall Street Journal ist die Kooperation mit Haier nur ein weiterer Schritt von Alibaba in den Ausbau der chinesischen Versand- und Logistikstruktur. Das Land mit den meisten Einwohnern der Welt besteht eben noch immer aus sehr starken Gegensätzen. In den mit guter Infrastruktur ausgestatteten Ballungszentren und Megacities, zumeist im Osten des Landes und küstennah gelegen, ist eine Paketzustellung unproblematisch. Aber im Landesinnern, mit hügeliger und bergiger Landschaft fällt es schwer große Elektronik- oder Haushaltsartikel zu versenden. WSJ weiter zu den Einzelheiten des Joint Ventures:
To establish the joint venture, Alibaba said it would invest HK$1.86 billion in Haier Electronics‘ Goodaymart unit, by taking a 9.9% stake for HK$541 million and subscribing to convertible bonds.
Alibaba also will acquire a 2% stake in Haier Electronics for HK$965 million.
Die Nachrichten zu der Vereinbarung bescherten den Aktien von Haier Electronics am vergangenen Montag ein 14 Jahres Hoch an der Börse in Hong Kong.
Über Alibaba
1999 gegründet, gilt die Alibaba Group heute als ebenbürtiger Vertreter von Amazon, eBay und PayPal in China. Die Unternehmensgruppe verfügt mit Alibaba.com über eine B2B-Online-Plattform, mit Taobao über eine chinesische Kopie von eBay und mit Alipay auch über einen chinesischen Pendanten zu PayPal. Und längst ist Alibaba auch nicht mehr nur in China aktiv: Das chinesische E-Commerce-Unternehmen überlegt nicht nur in den USA an die Börse zu gehen, es ist mit 206 Millionen US-Dollar auch an dem nordamerikanischen StartUp Shoprunner beteiligt, ein StartUp das als Konkurrenz zu Amazon Prime gilt. (onlinehaendler-news)